Die Behandlung eines Hämorrhoidalleidens richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Initial ist darauf zu achten, dass der Stuhl weich und geformt bleibt und ohne starkes Pressen ausgeschieden werden kann. Des Weiteren ziehen sich die Therapiemaßnahmen von Veränderungen beziehungsweise Anpassungen des Lebensstils über medikamentöse Behandlungen bis hin zu operativen Eingriffen.

Abführmittel

Befindet sich das Hämorrhoidalleiden in einem frühen Stadium, können die Beschwerden manchmal auch durch eine Verbesserung des Stuhlgangs gelindert werden. In Absprache mit einem Arzt können hier bestimmte Abführmittel eingesetzt werden. Von einer eigenmächtigen Einnahme von Abführmittel, ohne vorherige Absprache, ist allerdings auf jeden Fall abzuraten!

Medikamentöse Therapie

Zur Linderung eines Hämorrhoidalleidens gibt es eine Vielzahl von Medikamenten. Sogenannte Kortikosteroide werden häufig eingesetzt, um den Schwellungen und Entzündungen im Bereich der Gefäßknoten entgegenzuwirken. Lokalanästhetika werden eingesetzt, um die irritierte Schleimhaut zu betäuben. Sowohl Kortikosteroide als auch Lokalanästhetika helfen gegen die Schmerzen und den Juckreiz.

Zusätzlich gibt es auch Medikamente mit desinfizierender, blutstillender und auch juckreizstillender Wirkung, die ebenfalls auf die Schleimhaut aufgetragen werden und diese schützen und regenerieren. Auch Medikamente, die kühlen und möglichen unangenehmen Gerüchen entgegenwirken, können verabreicht werden.

Mit Zäpfchen oder mit mit Salben versehene Mulleinlagen können die Wirkstoffe auch zu im Analkanal gelegenen Hämorrhoiden transportiert werden.

Zusätzlich zur lokalen Behandlung können orale Medikamente eingesetzt werden, die ebenfalls eine entzündungshemmende Wirkung haben und zusätzlich die Dehnbarkeit der Hämorrhoidalvenen verringert. In diesen Präparaten sind oft sogenannte Flavonoide enthalten.

All diese lokalen Maßnahmen können dabei helfen, die Beschwerden zu verringern (siehe: Wie machen sich Hämorrhoiden bemerkbar?). Über einen langen Zeitraum gesehen, ist es allerdings oft notwendig, die erweiterten Gefäßpolster operativ zu verkleinern.

Semioperative Eingriffe

  • Verschorfung (Koagulation)Bei Hämorrhoidalleiden Grad I und II kann mit Hilfe von Strom oder Infrarotlicht das Hämorrhoidalgewebe verschorft werden. Das führt wiederum zur Rückbildung.
  • Verödung (Sklerosierung)Bei der Sklerosierung wird in mehreren Sitzungen eine spezielle Lösung um oder in die Hämorrhoidalknoten gespritzt. Dadurch kommt es zu einer Entzündung, die zuerst zur Vernarbung und abschließend zur Rückbildung des Hämorrhoidalgewebes führt. Auch diese Methode wird hauptsächlich bei Hämorrhoidalleiden Grad I und Grad II durchgeführt.
  • Abbindung (Ligatur)Hier wird ein kleiner Gummiring um den Hämorrhoidalknoten angebracht. Dadurch wird der Teil, der sich in den Analkanal wölbt, abgeschnürt, stirbt nach einiger Zeit ab und wird dann zusammen mit dem Gummiring beim Stuhlgang ausgeschieden. Diese Behandlung wird meistens in mehreren Sitzungen durchgeführt, da nicht alle Knoten auf einmal abgeschnürt werden können.

Die semioperativen Eingriffe haben den Vorteil, dass sie mit wenig Zeitaufwand verbunden sind, selten zu Komplikationen führen und kaum Schmerzen auftreten. Es kann jedoch passieren, dass nach einigen Jahren erneut ein Hämorrhoidalleiden auftritt.

Operative Eingriffe

  • Hämorrhoidektomie: Bei diesem operativen Eingriff werden die Hämorrhoidalknoten samt der Schleimhaut, von der sie bedeckt sind, weggeschnitten. Bei der Hämorrhoidektomie gibt es verschiedene Operationstechniken, die sich voneinander deutlich unterscheiden. Welches Operationsverfahren das richtige ist, entscheidet der Arzt im Vorfeld. Alle diese operativen Eingriffe werden jedoch unter Narkose durchgeführt und haben einen mehrtägigen Spitalsaufenthalt zur Folge.
  • Hämorrhoidopexie: Bei diesem Verfahren werden die Hämorrhoidalknoten nicht weggeschnitten, sondern es wird zuerst im Bereich oberhalb der Hämorrhoiden eine kreisrunde Naht gelegt, und dann wird überschüssiges Gewebe ausgestanzt. Ein Vorteil dieser Operationstechnik ist, dass die Schmerzen nach der Behandlung weitaus geringer sind.